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Grevesmühlen/ Cap Arcona-Gedenkstätte Drucken E-Mail
Adresse:
Städtisches Museum Grevesmühlen, Museums- und Vereinshaus am Kirchplatz
Kirchplatz
23936 Grevesmühlen

Tel. : 038 81/ 72 32 60

Träger: Stadt Grevesmühlen
Ansprechpartnerin: Marina Safarjan

Historischer Bezug: Ab dem 20. April 1945 trieb die SS-Lagerführung von Neuengamme mehr als 9.000 Häftlinge nach Lübeck in den Vorwerker Industriehafen, um sie auf mehrere Schiffe in der Lübecker Bucht zu bringen. Das größte Häftlingsschiff war die 1927 gebaute CAP ARCONA. Auf dem Schiff entfernte die SS Rettungsmittel und machte die Sicherheitstechnik unbrauchbar. Die Häftlinge pferchte die SS überwiegend in die Stauräume. Durch eine Verkettung tragischer Umstände griffen britische Flieger die nicht gekennzeichneten Häftlingsschiffe am 3. Mai 1945 an. Die Schiffe CAP ARCONA und THIELBEK sanken. Über 7.000 Häftlinge verloren ihr Leben, nur wenige Hundert konnten sich retten. Kurz vor dem Angriff erschossen SS und andere bewaffnete Kräfte mehr als 200 Häftlinge aus dem KZ Stutthof, die auf Lastkähnen eingetroffen waren und an Land getrieben wurden.

Geschichte des Erinnerns: Die Leichen der ums Leben gekommenen Häftlinge spülte die Ostsee entlang der Lübecker Bucht noch Monate später an Land, wo sie beerdigt wurden. Die größten Friedhöfe mit Toten der CAP-ARCONA-Katastrophe befinden sich in Gronenberg-Neukoppel und Neustadt in Holstein (beide Schleswig-Holstein) sowie in Grevesmühlen (Mecklenburg-Vorpommern).
Auf dem Gebiet der späteren DDR wurden angespülte Leichen der Katastrophe in Klütz (Friedhof), auf der Insel Poel (Kirchdorf- Schwarzer Busch) und bei Groß Schwansee beerdigt. Die Errichtung des DDR-Grenzregimes führte zur Entscheidung, eine zentrale CAP ARCONA-Gedenkstätte in Grevesmühlen aufzubauen. 407 Tote vom Friedhof bei Groß Schwansee wurden 1954 auf den Tannenberg in Grevesmühlen umgebettet, wo man 1957 die Gedenkstätte der Öffentlichkeit übergab. 1994 eröffnete das Stadtgeschichtliche Museum eine kleine Dauerausstellung zur CAP ARCONA-Katastrophe.

Gegenwärtiger Lernort: Neben den Grablagen und Gedenkstätten für die Toten der CAP ARCONA-Katastrophe gibt es drei museale Präsentationen zu den Ereignissen: Museum CAP ARCONA Neustadt in Holstein sowie Ausstellungsabschnitte im Städtischen Museum Grevesmühlen und Heimatmuseum der Insel Poel. 2001 konstituierte sich der Förderkreis CAP ARCONA-Gedenken, der sich für eine länderübergreifende Erinnerungsarbeit einsetzt. Die Dauerausstellung im Städtischen Museum Grevesmühlen wird momentan überarbeitet und umgestaltet.

Pädagogische Angebote: Führung durch die Ausstellung und Besuch der Gedenkorte.



Literatur:

Goguel, R. Cap Arcona. Report über den Untergang der Häftlingsflotte in der Lübecker Bucht am 3. Mai 1945, Frankfurt/ M. 1972.

Lange, Wilhelm, Cap Arcona. Das tragische Ende der KZ-Häftlings-Flotte am 3. Mai 1945, Neustadt in Holstein 1992.

Detlef Garbe/ Carmen Lange (Hrsg.), Häftlinge zwischen Vernichtung und Befreiung. Die Auflösung des KZ Neuengamme und seiner Außenlager durch die SS im Frühjahr 1945, Bremen 2005.
 
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