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Erinnerung und pädagogische Arbeit zur Zeit des Nationalsozialismus 25. bis 28. November 2009 in Hamburg Gedenkstättenarbeit und pädagogische Angebote waren Themen einer Studienfahrt nach Hamburg vom 25. bis 28. November 2009. Während des Besuchs der KZ-Gedenkstätte Neuengamme gab es nach der Führung für die Teilnehmenden ausreichend Gelegenheit sich die verschiedenen Ausstellungen anzusehen und im anschließenden Gespräch mit den MitarbeiterInnen Karin Heddinga und Oliver von Wrochem die pädagogischen Angebote zu besprechen und Erfahrungen auszutauschen.
Die Unmittelbarkeit des historischen Ortes lies sich eindrucksvoll auf dem Gelände und in den Baracken des ehemaligen Stalag XB Sandbostel spüren. Andreas Ehresmann und Burckhardt Rexin von der Gedenkstätte führten die Gruppe und berichteten über die Abstufungen von Kriegsgefangenen nach Nationalität und die damit verbundene unterschiedliche Behandlung durch die Wehrmachtsbewacher. Zum Kriegsende hin wurden zehntausende Häftlinge im Zuge der Auflösung Neuengammes nach Sandbostel verbracht, von denen viele die Befreiung durch englische Truppen nicht mehr erlebten, bzw. auch noch danach verstarben. Interessant war für die Teilnehmenden auch die „Nachnutzung“ des Lagers in den 50er Jahren als Durchgangslager für DDR-Flüchtlinge. So fanden sich auch nebeneinander ein Gedenkstein für die Opfer des Stalag und ein Gedenkstein für den 17. Juni 53. Weitere Programmpunkte waren ein ausführlicher Stadtgang zu den Orten der Deportation mit Michael Grill – der den Vollzug selbiger unter den Augen und mit dem Beifall der Öffentlichkeit schilderte – sowie ein Projekt-Vormittag in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Die Teilnehmenden beschäftigten sich hier mit den Biografien von Kindern, die Opfer medizinischer Versuche in Auschwitz und Neuengamme und in den letzten Kriegstagen in diesem Aussenlager Neuengammes erhängt wurden. Ein ganz anderes Gefühl verursachte der Besuch der Thälmanngedenkstätte Tarpenbekstraße bei der Mehrzahl der Teilnehmenden. So wurde überwiegend festgestellt, dass die Ausstellung einem Traditionskabinett der SED entstammen könnte und viele fanden sich an dem Marxismus-Leninismus-Unterricht erinnert, als wenn es den Epochenumbruch von 1989 nicht gegeben hätte. Sämtliche Brüche in Thälmanns Biografie kamen nicht vor und Fragen nach den stalinistischen Verbrechen, einer notwendigen Neubewertung Thälmanns in seiner Zeit sowie der Ent-Heroisierung seiner Darstellung wurden durch die Mitarbeiter der Gedenkstätte nicht beantwortet. Fazit eines Teilnehmers: „Falls ich vergessen sollte, warum wir 89 auf die Straße gegangen sind, dann fahre ich in diese Gedenkstätte.“ |